Geschichte

Die Orte Hauskirchen, Prinzendorf und Rannersdorf bilden seit 1971 die Gemeinde Hauskirchen.

Hauskirchen

dürfte um 1100 von Hugo von Liechtenstein unter den Namen Hugeschirichen gegründet worden sein. Es stand ursprünglich nur ein Schloss und ein Kirchlein.

1110 gründete er auch schon die dazugehörige Pfarre. Bald hatte das Stift Klosterneuburg Besitz in Hugeschirichen. 1550 wurde aus Angst vor kriegerischen Überfällen Erdställe errichtet.1570 –1783 waren Neusiedl und Neuliechtenwarth (=St.Ulrich) Filialen der Pfarre Hauskirchen. 1574 wurde schon ein Schulmeister der Pfarrschule erwähnt. 1599 kauft Hanns Ehrenreitter den Edelsitz und das Gut in Hauskirchen. Die Burg war durch Raub, Mord und Plünderung zugrunde gegangen, so baute Johann Reinhart von Ehrenreitter 1602 das jetzige Schloss.1960 kaufte die Gemeinde das Schloss und verkaufte es 1967. Beim Türkenkrieg 1683 und 1713 bei der Pest in der Gegend  wurde Hauskirchen verschont. 1703 – 1706 Einfall der Ungarn, die Bewohner flüchteten in die Erdställe. Der Anführer der Rebellen, Graf Forgacs hatte seinen Wohnsitz im Pfarrhof Hauskirchen aufgeschlagen. Hauskirchen blieb unversehrt und ungeplündert. 1848 Bauernbefreiung: Es musste kein Zehent und Robot mehr geleistet werden. 1866 zogen die Preußen hier durch, danach war die Cholera in Hauskirchen. 1879 gibt es eine Freiwillige Feuerwehr im Ort. 1942 wurde das Postamt Hauskirchen eingerichtet. Im 2. Weltkrieg gab es 7000 Gefangene in Hauskirchen für die Bohrarbeiten. Es gab große Lager, Baracken. Hauskirchen sollte das wichtigste Zentrum des Erdölgebietes werden. 1955 verschwand das letzte Strohdach.

Im Ortszentrum befindet sich die Pfarrkirche. Die Kirche, dem Hl. Laurentius geweiht, ist im gotischen Stil erbaut und besteht aus einem Hauptschiff mit linksseitigem Seitenschiff. Sie steht erhöht auf einer Geländestufe im SO des Ortes. Um – und Zubauten erfolgten im 18. Jahrhundert. Die heutige Erscheinungsform ist bestimmt durch die Sanierungsarbeiten und die Veränderungen von 1897 – 99 unter Dombaumeister Julius Hermann. Der Hochaltar wurde 1899 aus Stein erbaut. Darüber befindet sich ein gotischer Altaraufbau aus Eichenholz, mit den Statuten des Hl. Laurentius, Hl. Sebastian und Hl. Florian. Die Orgel wurde im Jahre 1904 von Josef Mauracher neugebaut. In nächster Nähe der Kirche befinden sich der Pfarrhof, das Gemeindeamt, der NÖ Landeskindergarten, die Volksschule, ein Lebensmittelgeschäft und eine Fleischerei.

Prinzendorf

wird erstmalig um 1120 unter dem Namen „Prunsindorf“ in einer Stiftung eines Hademar Spede an das Stift Klosterneuburg erwähnt. Die Erste Erwähnung der Liechtensteiner im Weinviertel ist um 1140, Hugo von Liechtenstein gibt ein Lehen in „Prumsendorf“ dem Stift Klosterneuburg. Weiters gibt um 1193 ein Udalricus Asinus (Ulrich der Esel) ein Gut in „Pmsendoef“ und Wasserrechte am Wurflach dem Stift Klosterneuburg (verm. Eselstadt, Eselbach).

1176 hat Herzog Heinrich II. in „Brunsendorf“ sein Feldlager. Von hier unternimmt er einen Gegenstoß gegen die Böhmen. 1278 übernachtet König Ottokar von Böhmen vor der Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen gegen König Rudolf in Prinzendorf. 1319 wird erstmals eine Festung in „Prunsendorf“ erwähnt. Um 1423 wird in einem Lehensbrief ein Marktrecht bestätigt. Das Marktrecht bestand demnach bereits bevor Anton Crewl die Veste „Prunnssendorf“ samt Wochenmarkt gekauft hat. Dieses Marktrecht wird 1751 zum letzten bestätigt, bevor es an St. Ulrich verkauft wird.

1645 zerstören die Schweden und 1683 die Türken das Schloss. Dieses stand auf einer vom Zayawasser umflossenen Insel, südlich davon befand sich die erste Kirche. Die neue Kirche wurde von 1693-95 auf ihrem heutigen Platze neu erbaut. 1706 wird Prinzendorf von den Kuruzzen niedergebrannt. 1708 hat Prinzendorf 46 Häuser und verliert 1713-14 durch die Pest viele Einwohner. 1731-51 wird das Schloss auf einem neuen Platz errichtet.

1761 lässt Pfarrer Johann Eberhard Jungblut Erdäpfel aus seiner Heimat Holland bringen. Ihn zu Ehren wurde 1834 hinter der Pfarrkirche das Jungblut-Denkmal errichtet. Von Prinzendorf aus verbreiten sich die Erdäpfel im ganzen Weinviertel.

1809 plündern und zerstören die Franzosen. 1847 wird die Volksschule errichtet. 1866 sind die Preußen in Prinzendorf und die Cholera wird eingeschleppt. 1882 wird die FF Prinzendorf gegründet. 1887 erhält Prinzendorf ein Postamt. 1928 erhält Prinzendorf den Strom, vorerst jedes Haus nur eine Lampe. 1932 wird der erste Bohrturm am Steinberg errichtet. Im 2. Weltkrieg hat Prinzendorf 40 Vermisste und Gefallene. 1971 kauft das Schloss Hr. Prof. Hermann Nitsch, welcher zu den bekanntesten Künstlern zählt. Das landwirtschaftliche Museum befindet sich hinter dem Pfarrhof. Das Gasthaus, ein Kaufhaus und der neuerbaute NÖ Landeskindergarten befinden sich ebenso im Ortszentrum.

Rannersdorf

wird 1210 erstmals Reinoldesdorf bezeugt; Besitzungen gehören zum Kloster Heiligenkreuz. 1294 Reinoltsdorf; 1328 Reinhartsdorf; bei einem Brand durch die Ungarneinfälle blieb nur das Haus Nr. 13 stehen. 16. Jhdt. Eine Urkunde erwähnt eine Mühle zu Reynerstorff, genannt Grundtmüll (und eine gewesene catholisch Capell, zu welcher Prozessionen geführt hatten. 1767 wird die Mariensäule mit Hl. Florian und Hl. Bernhard errichtet, diese wurde zuletzt 2005 renoviert.

1835 gehört Rannersdorf zur Herrschaft Niederleis; es gab fast lauter Strohdächer und das Wasser war zum Teil schwefelig.